Aktuelles Cover

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2022 / I
Rückseite:
2022 / I

Aktuelle Ausgabe

In eigener Sache

Leider erreichten uns erst nach Fertigstellung dieser Ausgabe Fotos von den erneuten feministischen Protesten in Polen gegen das rigide Abtreibungsgesetz. Wir schicken Kraft und Solidarität für den Kampf um Veränderung den Weggefährtinnen in Polen.

Der Protest wird sich am 25.11. in vielen Städten weltweit auf den Straßen sichtbar und laut äußern. Und noch etwas beschäftigt nicht nur die feministische Bewegung in Polen: die Situation an der Grenze zu Belarus. Hier ist es Zeit, den Flüchtenden Asyl zu gewähren.

Eine Mahnende und Mutige ist ARI, die Friedensstatue, die ihr auf dem Titelblatt seht. Insa Eschebach sagte einmal bei einer Diskussion, sie müsse vor jeder Kaserne stehen. Seit einem Jahr steht sie nun auf einem öff entlichen Platz in Berlin. Virtuell könnten es noch mehr Plätze werden. Mehr über diese Aktion auf Seite 15. Diese Ausgabe erscheint später als gedacht, denn auch für das Krampfader-Kollektiv waren die letzten 1 ½ Jahre, in denen wir uns nicht als Gesamt-Kollektiv in Präsenz treff en konnten, Kräfte und Energie zehrend. Die Auswirkungen der Corona-
Bedingungen betreff en nicht nur die Krampfader.

Wie geht es anderen Gruppen mit den Corona-Wechselbädern von Digital/ Präsenz/ Sichtbarkeit/ Repression/Aktion?
Wenn euch dazu etwas einfällt, schreibt uns eure Erfahrungen für die nächste Ausgabe.

Trotz pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen kommt es doch manchmal zu unerwarteten Begegnungen. So hat eine Redaktionsfrau im Urlaub im „Haus Emma“ an der Ostsee zufällig eine ehemalige Krampfader-Mitarbeiterin getroffen, die vor ca. 20 Jahren dabei war. Sie berichtet nun in dieser Ausgabe, warum das LFT 2022 leider nicht in Dresden stattfinden kann. 

Leider ist uns in der letzten Ausgabe der Krampfader ein bedauerlicher Fehler unterlaufen. An dem Artikel ‚Care-Ökonomie – eine antikapitalistische Utopie? war Eveline Linke maßgeblich als Autorin beteiligt. Die Digitalisierung schreitet voran. Nicht nur wegen Corona, denn viele Maßnahmen, wie zum Beispiel E-Akten oder die Abschaff ung des Bargeldes stehen schon länger auf der politischen Agenda. Es gibt ein Projekt, das untersucht, welches Diskriminierungspotenzial Algorithmen haben und Gegenstrategien entwickeln will.
Mehr dazu auf Seite 6.

Die Kampagne ‚Weg mit §218‘ hat am 12.11. die Petition mit mehr als 100.000 Unterschriften übergeben. Angesichts der zähen stagnierenden Lage geht der Kampf für die Entkriminalisierung von Abtreibung auch in Deutschland in die nächste Runde.

Zur Situation in Afghanistan findet ihr ein Interview mit einer Aktivistin von RAWA auf Seite 5. ‚Toutes aux Frontieres/Alle an die Grenzen‘ meldet sich mit einer Petition für ‚feministisches Asyl in Europa‘ zurück. Sie suchen dringend weitere Mitstreiterinnen. Women in Exile und Friends sind dabei. Sie waren im Sommer mit einem Bus auf Tour und skandalisierten prekär-sexistische Lagerbedingungen für
gefl üchtete Frauen. Der Doppelmord an Fadumo und Shukri in Wien hat viele Aktivistinnen, Freundinnen und Weggefährtinnen, die sie kannten, erschüttert und wütend
gemacht. Mehr dazu und weitere Protestaktionen ab Seite 16.

Ditt und Datt ist prall gefüllt dabei mit Infos und Nachdenklichem, Überraschendem und Wissenswertem. Eine feministische Bewegung wächst an ihren Widersprüchen.
Die Diskussionen um die Finanzierung von Frauenprojekten durch Staatsknete wurden oft hart geführt und endeten auch manches Mal mit Brüchen. Trotzdem sind die feministischen Projekte ein wichtiger gesellschaftlicher Motor geblieben. Der Berliner Senat wollte jetzt kürzen: vom Wenigen, das sie erhalten, zu viel. Die Projekte haben sich gewehrt. Mehr dazu ab Seite 26. Das ist noch nicht
alles. Lasst euch überraschen.

Save the date: Wahrscheinlich wird die jährliche Befreiungsfeier in der Mahn und Gedenkstätte Ravensbrück im nächsten Jahr am 1. Mai stattfinden. 

Viel Spaß beim Lesen
Das Krampfader-Kollektiv